HONDA CB- Ausfahrt

HONDA CB- Ausfahrt

Der alltägliche Wahnsinn – Normal ist das nicht!?

Wir bei HEPCO&BECKER arbeiten nicht nur am und mit dem Motorrad, wir leben auch mit dem Motorrad. Am Abend nach der Arbeit und am Wochenende oder sogar im Urlaub lässt uns das motorisierte Zweirad nicht los, sorgt für Spannung, Abwechslung und jede Menge Spaß.

Dass es dabei bisweilen etwas turbulent und auch anstrengend wird, macht die Sache umso perfekter. Unsere Honda-Trilogie, das sind drei Honda-Modelle voller Erinnerungen und Emotionen – eine CB 500 Four, eine CB 750 Four und eine Bol d'Or. Alle drei perfekt restauriert und natürlich fahrbereit und normalerweise im Showroom unseres Firmensitzes zu finden, wenn sie nicht gerade auf einer Messe gezeigt werden.
Diese Maschinen wollen auch bewegt werden – getreu dem Motto: allzeit fahrbereit! Daher ist jährlich eine Ausfahrt der historischen Motoräder fest eingeplant:
An einem vielversprechenden Augusttag war es mal wieder soweit: Die gemeinsame Tour stand auf dem Plan. Mit an Bord: HEPCO&BECKER-Geschäftsführer Paul Ehrhardt auf seinem Lieblingsmotorrad, der gerade fertiggestellten CB 500 Four, Paul Ehrhardt Junior mit seiner Freundin Ann-Christin auf der CB 750 Four K1 (Becker-Honda), deren Bruder Christoph zunächst auf der Bol d'Or. Ebenfalls dabei war Gernot, für die Restauration der HEPCO&BECKER-Hondas zuständig, besetzte seine CB 750 Four K6 und Heinz-Jörg, Ann-Christins Vater, ebenfalls auf einer CB 750 Four K6, Hansi auf einer sehr schön umgebauten F2 und schließlich Jürgen ebenfalls auf einer liebevoll restaurierten Four.

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Aufgrund der vorausgesagt hohen Temperaturen wurde der „Startschuss“ vorverlegt. Weshalb, das wird sich noch zeigen. Natürlich kennt Paul Ehrhardt Senior die Strecken rund um seine Heimat in- und auswendig und nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung ging es auch schon los. In seiner kleinen Ansprache vorher war es ihm dann auch ein Anliegen gewesen, zu erwähnen, dass er auf „ankommen“ fahren wolle, nicht auf Zeit, was allgemein auf Zustimmung stieß.

Ab Firmensitz bei herrlichstem Wetter startende die illustre Truppe an einem frühen Samstagmorgen in den Wasgau. Der erste Stopp sollte ein Eiscafé in Dahn sein, auf eine Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen oder einem Eis - soweit der Plan.

Schon auf den ersten Metern ließ Paul Senior seine Honda ganz schön laufen. Die Hintermänner mussten schon mächtig Gas geben, um dran zu bleiben. Hansi hatte auf seiner sportlichen F2 noch die wenigstens Probleme dabei. Man muss bedenken: Alle Motorräder sind älter als 40 Jahre! Von echter Routine beim Fahren der Youngtimer kann man eigentlich nicht sprechen, denn schließlich ist jeder unter der Woche mit einem doch eher modernen Motorrad unterwegs. Ganz zu schweigen davon, dass Paul seine Honda zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder unterm Hintern hatte. Aber das Motorrad passte im wie angegossen. Er hatte es sich damals ja auch maßgeschneidert. Das war deutlich zu spüren – mit jedem Kilometer lief es bei ihm flüssiger und schließlich mussten die ersten doch abreißen lassen. Soviel zu der vorab großmundigen Ansprache des Seniors.

 

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Paul Senior war so in seinem Element und fuhr dermaßen konzentriert, dass weder er, noch die, die mithalten konnten, bemerkten, dass Paul Junior auf der K1 unfreiwillig den ersten Stopp vorgezogen hatte! Das Motorrad nahm nach einer Kuppe kein Gas mehr an und ging einfach aus – eine Prüfung für Gernots Nerven! Seiner flinken Finger sein dank war die Honda rasch am Straßenrand komplett zerlegt und eine Fehlerdiagnose durchgeführt– ohne Schatten und steigendem Thermometer.
Etliche Kilometer weiter merkte dann auch Paul Senior, dass da ein paar Fahrer fehlten. Also ging’s nochmal zurück, so dass die Gruppe auf dem Parkplatz alsbald wieder einträchtig versammelt war. Jeder half wo er konnte, und wenn auch nur mit mehr oder weniger hilfreichen Tipps. Am meisten hat Gernot Jürgens ungefragt abgegebene Ratschläge genervt. Weiß er doch, dass Jürgen eher putzen statt schrauben kann. Aber man will ja schließlich nur helfen. Auch Heinz-Jörg, CB-Fahrer der ersten Stunde, brachte eine Fachexpertise ein. Gemeinsam machten Sie die Honda wieder flott, wenn Sie auch etwas zickte. Als Ursache wurde eine Steckverbindung am Kabel im Scheinwerfer ausgemacht. Dieser „Wackler“ sorgte auch der weiteren Tour für weitere Spannung.

Wie geplant ging es schließlich zum ersten Stopp, welcher mittlerweile bei diesen Temperaturen auch nötig wurde. Jeder ließ es sich schmecken, eine Abkühlung war ungemein willkommen.

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Als nächster Halt stand die Honda-Werkstatt von Karl Heinz Engel in Hauenstein auf dem Plan. Ein Mekka für Freude von klassischen Bikes in der Südwestpfalz. Nicht ganz ungefährlich, denn bei der letzten Tour hat Gernot dort eine K6 gekauft, um sie zu restaurieren. Diesmal war Heinz-Jörg an der Reihe – es stand eine originale K6 zum Verkauf, allerdings kein Öl im Motor und fraglich, ob der überhaupt noch läuft. Handelseinig wurde man sich daher dann leider doch nicht.

Also wieder auf die Motorräder und zurück auf die Straße. Das Thermometer sprengt mittlerweile die 35 Grad-Grenze. Christoph übernahm die K6 von seinem Vater, der fuhr die zickige HEPCO&BECKER-Honda. Paul Senior zog wieder los, die anderen hinterher, Paul Junior wechselte auf der Bol d'Or und fuhr am Schluss. Aber nicht lange, denn prompt beim Verlassen des Werkstattparkplatzes verabschiedete sich die Bol d'Or und wollte sich partout nicht wieder starten lassen. Gernot gab wieder alles! Doch auch ein Tausch der Sicherungen führte nicht zum gewünschten Erfolg. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Selbst die Jahrzehnte lange Honda-Werkstatt-Erfahrung konnte auf die Schnelle keine Abhilfe schaffen. Also mussten wir die Bol d‘Or unfreiwillig zurücklassen. Die Führungsgruppe war mittlerweile bereits über alle Berge. Paul Junior nahm als Sozius bei Jürgen Platz – ziemlich ungewohnt als Passagier für ihn. So ging es weiter durch den Pfälzerwald auf der Fährte der Vorausfahrenden. Von denen fehlte zunächst jede Spur…

Was die Truppe antrieb, weiß bis heute keiner. Entweder sind allen sämtliche Rückspiegel abgefallen oder sie waren zusammen mit Paul Senior „im Tunnel“, sprich im Racer-Modus! Aber vielleicht war es auch einfach nur der Hunger oder vielmehr der Durst, denn das Gasthaus in Hofstätten als nächstes Ziel erklärte. Gewartet hatte jedenfalls keiner. Nach einem Telefonat bestätigte sich die Vermutung des Zielortes. Schließlich fanden sich alle auf der Terrasse des Gasthauses wieder. Etwas Schatten, eine kleine Mahlzeit sorgte für das herbeigesehnte Sättigungsgefühl und ein kühles Getränk für notwendige Abkühlung. Mittlerweise entwickelte sich der Tag zum gefühlt heißesten des Jahres.

Die Sonne brannte unerbittlich, es wurde immer heißer, glühend heiß. Deshalb beschloss man, auf direktem Weg zurück zur Firma zu fahren! Zum Glück sprach keiner vom „schnellsten“ Weg – hätte aber keinen Unterschied gemacht! Eher noch gemächlich ging es durch die kurvige Straße hinunter zur B10. Dort wurde auf den dreispurigen Abschnitten Tempo aufgenommen und ab dem vierspurigen Abschnitt gab’s kein Halten mehr. Paul Senior ließ seine 500er vom Zügel und der Rest ballerte im Formationsflug hinterher.

Paul Junior war inzwischen Sozius bei Christoph. Auf der Honda waren die Möglichkeiten sich festzuhalten jedoch eher spartanisch und Paul fürchtete um sein Leben. Mit meist über 140 Km/h knallte die Gruppe dahin und recht schnell waren alle wieder auf dem Firmengelände. Alle satt, zufrieden, wohlauf, aber erschöpft.

Noch waren jedoch nicht alle Motorräder in ihren Garagen. Bisher hatte „nur“ die Elektronik der Becker-Honda gezickt. Die Bol d'Or war leider komplett ausgefallen und musste zurückgelassen werden.
Während Paul Senior das Tor zum Firmengelände öffnete, ging Jürgens K6 aus und musste aufs Gelände geschoben werden, ließ sich dank Kickstarter und viel Schweiß aber dann doch wiederbeleben. Motor laufen lassen und nichts wie heim.

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Ein kurzer Stopp auf einem dem Autobahnparkplatz, weil Hansi vergessen hatte, seine Brille gegen die Motorrad-Brille zu tauschen führte zum nächsten unfreiwilligen Aufreger. Denn prompt sprang seine Honda nicht mehr an! Nach einigen Versuchen und etwas „gut zureden“ sprang der herbeigesehnte Lebensfunken über. Die CB rettete sich dann auf 3 Zylindern nach Hause.
Einige Kilometer später blieb dann zu guter Letzt Gernots Honda auf der Autobahn stehen, ausgerechnet an einer Stelle ohne Pannenstreifen und falls noch nicht mitbekommen – am heißesten Tag des Jahres! Welch eine Qual und richtig gefährlich. Dabei war die Ursache eigentlich recht profan. Gernot hatte kurz vor der Ausfahrt seinen Benzintank gewechselt und musste dafür den Benzinschlauch verlängern. Deshalb hat es einfach länger gedauert, bis das Benzin aus der Reserve wieder zugelaufen war. Leider hatte Gernot das erst gemerkt, als er die Honda einige 100m zum Pannenstreifen geschoben hatte – in Motorrad-Montur und Helm auf dem Kopf, bei +35 Grad wahrlich kein Vergnügen! Dort angekommen hatte er mit dem letzten Zucken der Batterie den Starter gedrückt – und tatsächlich sprang das Motorrad an und so brachte jeder sein Schätzchen dann doch noch „gut“ nach Hause.

Alles in allem also doch noch ein Happy-End an einem in vielerlei Hinsicht ausgewöhnlichen Tag. Die alten Eisen und die Temperatur hatten uns einiges abverlangt. Aber ganz besonders Gernot hatte gelitten wie ein Hund – fühlt er sich doch grundsätzlich für die alten Schätzchen verantwortlich!

Gelebte, alltägliche (Motorrad-) Geschichte – das ist unsere Leidenschaft und für solche Erlebnisse leben wir. Aber bitte nicht bei jeder Ausfahrt…

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